Angela Fischer Textuelle Bildhauerei / Textual Sculpture 

geboren 1991 lebt und arbeitet in Wien

HTL  Mödling, (Abt. für Möbel & Innenausbau)

Schweiss-Kurs : MIG/MAG, Elektrode. Schweisstechnische Zentralanstalt Wien

Studiert seit Oktober 2016 an der Akademie der bildenden Künste Wien / Academy of Fine Arts Vienna „Bildende Kunst“ im Fachbereich Textuelle Bildhauerei  / Textual Sculpture bei Univ. Prof. Mag. Heimo Zobernig

Studiert seit März 2018 an der Akademie der bildenden Künste Wien / Academy of Fine Arts Vienna “ Bildende Kunst“ im Fachbereich Abstrakte Malerei / Abstract Painting bei Univ.Prof.Mag. Erwin Bohatsch

Angela Fischer – Skulpturbon, Holz, Epoxidharz

              EINZELAUSSTELLUNG:             04.11.2017 Atelierhaus der Akademie der bildenden Künste 1060 Wien Lehargasse 8 EG Nord

AUSSTELLUNGEN:

01/2018    Akademie der Bildenden Künste 1020 Wien Kurzbauergasse 9

09/2017   Red Carpet Showroom Karlsplatz

08/2017   Red Carpet Showroom Volkstheater

01/2017   Akademie der Bildenden Künste 1020 Wien Kurzbauergasse 9

07/2016   Galerie Challery  1010 Wien  Kärntner Ring 11-13

11/2015   Galerie Katharina Maria Raab  Berlin  Deutschland

11/2015   Vok Dams Atelierhaus  Wuppertal  Deutschland

09/2015   Galerie Challery  1070 Wien  Gutenberggasse 1

06/2015   Galerie Challery  1010 Wien  Schwertgasse 4  Textuelle Bildhauerei

Angela Fischer Textuelle Bildhauerei / Textual Sculpture

Zu Angela Fischers textuellen Objekten

Der Metadiskurs, den Angela Fischer mit ihren aus Karbon, Autolack und Epoxidharz konzipierten Skulpturen und Bildobjekten, die zum Teil organisches Fundmaterial einschließen, für uns eröffnet, lenkt das Denken in virulente Fragen zeitlicher Tiefenstrukturen unserer atemlosen Nachmoderne. Die ästhetische Wahrnehmung zwischen dem Selbst und dem Kunstobjekt führt uns auf eine politisch-soziologische Ebene und entlarvt die Angstvisionen unserer Gegenwart als Tempoideologien. Der stätige Steigerungszwang durch technischen Fortschritt bedroht unsere Arbeit wie unsere Identität und lässt bewusst erlebte Gegenwart schrumpfen, ein Gefühl der Entfremdung von der Welt tritt ein. Fischers Kritik an der „liquiden Modernität“ (Zygmunt Bauman) und Verlusten in der globalen sozialen Raserei wird durch die gewählten Materialien sichtbar gemacht. Zudem ist ihr künstlerischer Arbeitsprozess von der Auffindung des Wurzelholzes, seiner Transferierung ins Atelier, Bearbeitung und schließlich wesentlichen Behandlung durch händischen Auftrag von Autolack, ein Widerstand gegen das Schreckensszenario vom Verlust der Kunst in Immaterialität. Brüche und Fehler im Holz durch langsames Wachstum und Verletzungsspuren werden durch das Industriematerial geglättet um scheinbar dem vereinheitlicht dynamischen Lebensstil heute zu entsprechen. Der Effekt der Konservierung der „Naturalia“ birgt den Widerspruch zwischen zeitlicher Erstarrung unter glänzender Oberfläche und einer Molekülmasse oder Folie mit dem Fortschritt entsprechender Flexibilität und changierendem Glanz. Doch die Sehnsucht nach dem Ewigen erfüllt sich nicht. Mit Fischers Transformierung erfährt die menschliche Ordnungsstruktur eine Infragestellung, es bleibt jedoch das hochästhetische Lob des Fragilen.                                                                                                                                                                            Brigitte Borchhardt-Birbaumer